In der ayurvedischen Medizin kommt es bei den Krankheiten des Bewegungsapparats nicht so sehr auf die Anatomie der befallenen Körperstelle an, als vielmehr auf den dynamischen Krankheitsablauf und damit auf die gestörte Harmonie der Tridosha.

Jegliche Art von Bewegung wird im Körper von der Bioenergie Vata gesteuert. Vata nimmt in der Ätiologie des Krankheitsgeschehens den vornehmsten Platz ein.

Vata ist verantwortlich für die eingeschränkte Bewegung, für die Schmerzen, für die Steifigkeit und Versteifung, für Deformierung und Degeneration.

So liegt es nahe, dass alle Therapien darauf hinzielen, die Bioenergie Vata zu beeinflussen.

Vata braucht Wärmebehandlungen mit Packungen, warmen Ölmassagen und Schwitzen. Vata benötigt aber auch Fett zur Harmonisierung, deshalb wird gekochte Butter (Ghee) versetzt mit passenden Kräutern innerlich verabreicht.

Bei starken Schmerzen werden Schmerzmittel - auch aus der modernen Medizin - gegeben.

Tiefgreifende Besserung des Bewegungsapparats bringen die ausleitenden Verfahren wie reinigende Einläufe und Panchakarma Kuren.

Natürlich ist bei den Krankheiten des Bewegungsapparats die Ernährung äußerst wichtig; eine Vata reduzierende spezifische Kost hilft dem Patienten durchgreifend.

Bei den entzündlichen Gelenkentzündungen (primär chronische Polyarthritis) ist eine grundlegende Stoffwechsel Korrektur indiziert. Nach ayurvedischen Ansicht entstehen die rheumatischen Entzündungen durch nicht vollständig verstoffwechselten Nahrungsprodukten. In der modernen Medizin spricht man von äußerst "reaktiven freien Radikalen". In der ayurvedischen Medizin heißen diese "ama", was man am ehesten noch mit "Schlacken" übersetzen kann. Durch die Ausleitungsverfahren werden diese aus dem Körper ausgeschleust und durch die entsprechende Diät wird dafür gesorgt, dass keine Ablagerungen mehr entstehen. Die Stoffwechselkorrektur muss beibehalten werden, da die Krankheit zu erneuten Schüben neigt.